GODS & MONSTERS

«Den einzigen Kampf, den wir alle kämpfen müssen, ist der Kampf gegen das Böse».

Jeder Mensch hat in sich seine Abgründe. Doch hat jeder die Freiheit, sich für oder gegen das Böse zu entscheiden. 

«Nach einer langen Schaffenspause hatte ich keine Ahnung was ich malen sollte. Die Verbindung zum Künstler in mir, schien wie unterbrochen. Ich fing an mit Farben, Materialien und Motiven zu experimentieren. Meine kleine Wohnung verwandelte sich über Nacht in ein Atelier. Es herrschte ein Chaos, es war grossartig. Ich hatte gerade Brücken hinter mir abgebrochen und lebte alleine, zurückgezogen, fühlte mich in dieser Zeit aber niemals einsam. Die Arbeiten sind Abbilder meiner Interessen, auch worüber ich gelesen, was ich gefühlt und gedacht habe».

 

Die Geschichte der Kunst ist von der Geschichte der Religion nicht zu trennen. In fast allen Religionen stehen die Künste in enger Verbindung mit Kult und Ritus. Über Jahrhunderte ist die religiöse Funktion von Kunst vorherrschend gewesen. Der weitaus grösste Teil der überlieferten Kunst war in dieser Weise bestimmt, wenn er auch heute überwiegend aus den religiösen Zusammenhängen gelöst ist. Kathedralen und Kirchen fungierten als Sammlungsort. Rokkos Interesse für die Abgründe der menschlichen Psyche und die Fragen: «Was ist Veranlagung?», «Was Prägung?» und «Wann wird ein Mensch zum Monster?», hatten einen bedeutenden Einfluss. Auch das Werk von Hieronymus Bosch hat ihn inspiriert. Rokko hat hier mehrere Themenbereiche miteinander verknüpft. Kennzeichnend für die Serie sind die vielen Selbstbildnisse des Künstlers, die zu Beginn der Serie entstanden sind, sowie seine «neuen Ikonen». Viele dieser Bilder haben etwas Melancholisches, manchmal etwas Albtraumhaftes. Sie werden fast ausschliesslich in Schwarz-Weiss und ein wenig Blattgold gehalten. «Gods & Monsters» ist prägend für Rokkos künstlerische Ausrichtung und Stilfindung.

(Gods & Monsters, 2011-heute)